Knie

Knieendoprothesenversorgung (KEP)

Die fortwährende, besonders hohe Beanspruchung des Kniegelenks kann zu einer Abnutzung der Knorpelschicht (Arthrose) führen. Dieser Gelenkverschleiß ist eine sehr häufig vorkommende Erkrankung des Kniegelenks und wird als Gonarthrose bezeichnet. Sie kann sich als Folge von Verletzungen, Fehlstellungen und Fehlbelastungen (X- oder O-Beine, einseitige Beinlängenverkürzung), aber auch durch Überlastungen (z.B. beim Sport) einstellen. Übergewicht und mangelnde Bewegung begünstigen allerdings ebenfalls den Verschleiß der Knorpelschichten im Knie. Bei vielen Menschen tritt mit zunehmendem Alter - auch ohne erkennbare Ursachen - eine Abnutzung des Kniegelenks auf.

Mit fortschreitendem Verschleiß des Kniegelenks stellen sich Schmerzen und zunehmend auch Bewegungseinschränkungen ein. Sind die Veränderungen des Knies so weit vorangeschritten, dass eine medikamentöse Behandlung oder eine gelenkerhaltende Operation nicht mehr hilfreich sind, kann ein künstlicher Gelenkersatz Schmerzlinderung und neue Beweglichkeit bedeuten.

Die Knie-Totalendoprothese ist der Ersatz des inneren und äußeren Gelenkanteils mit oder ohne prothetischem Ersatz oder Teilersatz der Kniescheibe.

Ziel des endoprothetischen Gelenkersatzes ist die Wiederherstellung der natürlichen Beinachse, einer stabilen Bandführung und schmerzfreien Beweglichkeit sowie die möglichst uneingeschränkte Gehfähigkeit des Patienten bei langer Lebensdauer (Standzeit) der Prothese. Unterschiedliche Gründe können einen Wechsel der Kniegelenkprothese erforderlich machen. Der Wechsel ist indiziert bei Implantatlockerung, Instabilität, tiefem Infekt (Mackay & Siddique 2003), fortschreitender Verschleißerkrankung in den bisher nicht ersetzten Gelenkanteilen (bei Kniegelenkteilersatz) oder bei erheblicher Funktionsbeeinträchtigung eines endoprothetisch versorgten Gelenks (Callaghan et al. 1995). Die Indikation zur Wechseloperation einer Knieendoprothese wird individuell in Abstimmung mit dem Patienten gestellt.

Ein Knie-Endoprothesen-Wechsel ist technisch anspruchsvoller als eine Erstimplantation (Callaghan et al. 1995, Saleh et al. 2002). Dies trifft auf die Auswahl des geeigneten Implantats zu, auf die geeignete operative Technik zur Wiederherstellung einer regelrechten Stabilität und Bandführung sowie auf das Management operativer Probleme, wie z.B. Knochensubstanzverlust.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Institution nach § 137mit der Entwicklung von Qualitätsindikatoren, Instrumenten und der damit verbundenen Dokumentation für das Verfahren „Knieendoprothesenversorgung“ beauftragt.

Ziel sollte sein, die beiden bisherigen Verfahren Knieendoprothesen-Erstimplantation und Knieendoprothesenwechsel zu einem Qualitätssicherungsverfahren zu verbinden, so dass auch eine Langzeitbeobachtung möglich ist.

Mit den bisherigen Verfahren zur externen stationären Qualitätssicherung, die zum 1. Januar 2015 vom Verfahren „Knieendoprothesenversorgung“ abgelöst wurden, ließ sich durch die sektorale Begrenzung und die immer kürzere Verweildauer die Versorgungsqualität in der endoprothetischen Versorgung des Kniegelenks nur unzureichend beurteilen. Aus diesem Grund konnten Aussagen über Revisionshäufigkeiten oder andere behandlungsbedürftige Komplikationen und deren Gründe nur unzureichend getroffen werden.

Um eine langfristige Beurteilung zu ermöglichen, müssen alle an der Versorgungskette beteiligten Leistungserbringer (Orthopäden, Rheumatologen und Unfallchirurgen) sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor in der Qualitätssicherung berücksichtig werden.

Festgelegt wurde hier ein Betrachtungszeitraum von einem Jahr nach Erstversorgung.

Da der G-BA nur über § 137 SGB V die Regelungsverfügung hat, werden für das sogenannte Follow-Up die erhobenen Sozialdaten und Patientenbefragungen genutzt. Die Patienten werden darüber über ein ihnen auszuhändigendes Merkblatt informiert.

Welche Fälle werden erfasst?

In Hamburg werden jährlich über 3.000 Knie-Endoprothesen-Erstimplantationen und ca. 700 Wechsel durchgeführt.

Jeder Eingriff, der als Knie-Endoprothesen-Erstimplantation oder -wechsel im Krankenhausinformationssystem kodiert wird, löst eine Dokumentationspflicht aus. Einschränkungen in der Auslösung der QS-Dokumentation gibt es nicht.