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Deku-prophylaxe

Generalindikator Dekubitusprophylaxe

Eine gefürchtete und nicht immer vermeidbare Komplikation während eines Krankenhausaufenthaltes ist das Entstehen von Druckgeschwüren infolge langen Liegens, der sogenannte Dekubitus. Der Dekubitus kann unterschiedlich groß und tief sein. Die Versorgung dieser chronischen Wunde kann sehr langwierig sein.

Die Ursache ist häufig ein hoher Druck auf eine Stelle des Körpers über einen längeren Zeitraum. Das Blut kann nicht mehr ungehindert zirkulieren und die entsprechende Stelle wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Im ungünstigsten Fall stirbt das Gewebe ab.

Im Anfangsstadium sind zunächst die oberen Hautschichten betroffen, mit fortschreitender Ausprägung können aber auch tiefer liegende Gewebeschichten bis hin zum Knochen erreicht werden.

Zu den Risikogruppen gehören alte, geschwächte sowie bewegungseingeschränkte oder bewegungsunfähige Menschen. Bestimmte Vorerkrankungen wie

  • - Diabetes mellitus,
  • - Herzinsuffizienz,
  • - Hypotonie,
  • - Rückenmarksverletzungen,
  • - Adipositas,
  • - Untergewicht,
  • - Hyperhydrosis,
  • - Harn- und Stuhlinkontinenz

können die Bildung eines Dekubitus fördern.

Die Dekubitusprophylaxe ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung dieser schwerwiegenden Komplikation. Eine wirkungsvolle Vorbeugung setzt voraus, dass die Einschränkung der persönlichen Risiken eines Patienten und Kenntnisse der Dekubitusstörung vorhanden sind.

Als Standardwerk für die Pflege gilt hier Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege".

Sind Patienten in einem besonders schlechten Allgemeinzustand oder sprechen medizinische Gründe gegen eine Durchführung der Dekubitusprophylaxe, kann ein Dekubitus in seltenen Fällen unvermeidbar sein.

Seit dem Jahr 2007 besteht eine Dokumentationspflicht für alle Patienten ohne Bindung an Diagnosen oder Prozeduren. Damit wird erreicht, dass die pflegerische Versorgungsqualität eines Krankenhauses insgesamt und nicht mehr nur einzelne Bereiche bzw. Abteilungen beurteilt werden.

Welche Fälle werden erfasst?

Bis zum 31.12.2012 wurden im Generalindikator Dekubitus alle Patienten, die folgende Kriterien erfüllen, erfasst:

  • - Aufnahme zwischen 1. Januar und 31. März
  • - Alter über 75 Jahre

Die Dokumentationspflicht im Generalindikator Dekubitusprophylaxe bestand für die Krankenhäuser nur im ersten Quartal.

Seit dem 01.01.2013 wird die Erfassung diagnosebezogen durchgeführt. Das heißt, wenn ein Dekubitus im Krankenhausinformationssystem dokumentiert wird, wird automatisch die Qualitätssicherung erforderlich. Die Erfassung erfolgt bei allen Patienten, die älter als 20 Jahre sind und ist nun ganzjährig durchzuführen.