Huefte

Hüftendoprothesenversorgung (HEP)

Arthrotische Gelenkerkrankungen beeinträchtigen die Patienten durch Schmerzen und Funktionseinschränkungen erheblich und vermindern so deren Lebensqualität.

Die Therapieoption bei hochgradiger Koxarthrose ist die Wahl des endoprothetischen Gelenkersatzes. Der Ersatz durch ein künstliches Hüftgelenk erfolgt mit dem Ziel, dem Patienten Schmerzfreiheit und eine alltagstaugliche Hüftgelenkbeweglichkeit zu ermöglichen. Dabei sollte die Lebensdauer (Standzeit) der Prothese möglichst lang sein, um die Zahl notwendiger Wechseleingriffe gering zu halten.

Ein Implantatwechsel ist üblicherweise bei Implantatlockerung angebracht. Die Ursachen für eine Implantatlockerung können bei Knochensubstanzverlust im Prothesenlager, dem Ausbleiben des knöchernen Einheilens bei zementfreien Prothesen, einer akuten oder chronischen Infektion des Prothesenlagers oder einer traumatisch bedingten periprothetischen Fraktur vorliegen.

Die Standzeit der Hüft-Endoprothesen beträgt in der Regel mehr als 15 Jahre.

Bei der Hüft-TEP handelt es sich um einen elektiven Eingriff, d.h. einem Eingriff, bei dem eine strenge Indikationsstellung zu fordern ist. Linsell et al. wiesen in einer großen Befragungsstudie darauf hin, dass Patienten, die mit einer Hüft-TEP versorgt wurden, trotzdem weiterhin insgesamt mehr Hüftbeschwerden als die vergleichbare Gesamtbevölkerung aufweisen (Linsell et all. 2006).

Die europäische multidisziplinäre Leitlinie der EULAR (Zhang et al. 2005) definiert therapierefraktäre Schmerzen und Beweglichkeitseinschränkungen in Verbindung mit radiologischen Athrosezeichen als Indikation zum Hüftgelenkersatz.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Institution nach § 137mit der Entwicklung von Qualitätsindikatoren, Instrumenten und der damit verbundenen Dokumentation für das Verfahren „Hüftendoprothesenversorgung“ beauftragt.

Ziel sollte sein, die beiden bisherigen Verfahren Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation und Hüftendoprothesenwechsel zu einem Qualitätssicherungsverfahren zu verbinden, so dass auch eine Langzeitbeobachtung möglich ist.

Mit den bisherigen Verfahren zur externen stationären Qualitätssicherung, die zum 1. Januar 2015 vom Verfahren „Hüftendoprothesenversorgung“ abgelöst wurden, ließ sich durch die sektorale Begrenzung und die immer kürzere Verweildauer die Versorgungsqualität in der endoprothetischen Versorgung des Hüftgelenks nur unzureichend beurteilen. Aus diesem Grund konnten Aussagen über Revisionshäufigkeiten oder andere behandlungsbedürftige Komplikationen und deren Gründe nur unzureichend getroffen werden.

Um eine langfristige Beurteilung zu ermöglichen, müssen alle an der Versorgungskette beteiligten Leistungserbringer (Orthopäden, Rheumatologen und Unfallchirurgen) sowohl im ambulanten als auch im stationären Sektor in der Qualitätssicherung berücksichtigt werden.

Festgelegt wurde hier ein Betrachtungszeitraum von einem Jahr nach Erstversorgung.

Da der G-BA nur über § 137 SGB V die Regelungsverfügung hat, werden für das sogenannte Follow-Up die erhobenen Sozialdaten und Patientenbefragungen genutzt. Die Patienten werden darüber über ein ihnen auszuhändigendes Merkblatt informiert.

Welche Fälle werden erfasst?

Jeder Eingriff, der als Hüft-Endoprothesen-Eingriff im Krankenhausinformationssystem kodiert wird, löst eine Dokumentationspflicht aus. Einschränkungen in der Auslösung der QS-Dokumentation gibt es nicht. Ausnahmen bilden hier Tumorerkrankungen der Hüfte, Hüft-TEP bei Hüft-Dysplasie und Hüft-TEP bei spastischer Kontraktur. Hier erfolgt die Qualitätssicherung lediglich in der Erfassung der Basisdaten. Einige Qualitätsindikatoren können bei den genannten Beispielen nicht erfüllt werden (z.B. Indikationsstellung) und würden ein verfälschtes Bild der geleisteten Qualität widerspiegeln.