Anästhesie

Anästhesiologie

Seit 1994 werden in Hamburg strukturiert Daten über die Versorgung von Anästhesie-Patienten zur externen Qualitätssicherung erhoben.

Die Dokumentation für nach § 108 SGB V zugelassener Krankenhäuser ist in Hamburg gemäß des Vertrags über die Umsetzung von Maßnahmen der Qualitätssicherung im Bundesland Hamburg verpflichtend und erreicht somit eine vollständige und flächendeckende Erfassung im stationären Bereich.

Der Kerndatensatz Anästhesie wurde 1993 von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) publiziert und ist seither unverändert gültig. Der Publikation ging eine etwa 2-jährige Entwicklungs- und Erprobungsphase voraus. Darauf aufbauend wurde eine vergleichende Qualitätssicherung in einzelnen Zentren und Regionen eingeführt. Die dort gesammelten Erfahrungen ließen bald Verbesserungsmöglichkeiten des Verfahrens erkennen. Die Einheitlichkeit des Datensatzes, die Vertrautheit der Anwender mit dem bestehenden Konzept und die Investitionssicherheit für Abteilungen hatten jedoch zunächst Vorrang. Inzwischen haben sich aber die Rahmenbedingungen für klinische Dokumentation in solch erheblichem Maße gewandelt, dass die DGAI beschloss, diesen durch die Neufassung des Kerndatensatzes Rechnung zu tragen. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, der "Runde Tisch Qualitätssicherung in der Anästhesie", der das im Folgenden publizierte neue Konzept erarbeitet hat. Dieses wurde im Februar 1999 durch das engere Präsidium der DGAI verabschiedet.

Im Herbst 2010 wurde der neue Kerndatensatz 3.0 publiziert und eine Umsetzung für Hamburg zum 1. Januar 2012 beschlossen.

Eine Anpassung an die "Hamburger Bedürfnisse" wurde vom Fachgremium Anästhesiologie vorgenommen. Der modifizierte Kerndatensatz wurde zum 1. Januar 2013 als Version 3.1 verpflichtend in Hamburg umgesetzt.

Seit 2008 wird flächendeckend im Bundesland Hamburg ein modifizierter Postnarkotischer Fragebogen der DGAI eingesetzt. Ziel dieses Fragebogens ist es, die Ergebnisqualität systematisch und strukturiert aus Patientensicht für die Anästhesisten transparent zu machen.

Jährlich werden zwei Befragungen in den Krankenhäusern durchgeführt. Die Befragung ist für den Patienten freiwillig und wird anonym durchgeführt.

Welche Fälle werden erfasst?

Das Projekt umfasst die Erhebung der in der anliegenden Datensatzbeschreibung dargestellten Items zu jedem stationären Patienten, der mit einer wie auch immer gearteten Narkose (Intubationsnarkosen, Regionalanästhesien, usw.) mit Anästhesiepräsenz inkl. Standby versorgt wird.

Für Hamburg bedeutet dies, dass mehr als 200.000 Narkosen in den Krankenhäusern durchgeführt werden und der externen Qualitätssicherung unterliegen.