Fruegeborenes

Neonatologie

Mit der Perinatal-Neonatalerhebung wurde Anfang der achtziger Jahre zum Einen eine Anschlussdokumentation zur geburtshilflichen Erhebung konzipiert, um durch die Zusammenführung mütterlicher und kindlicher Daten die Analyse von Einflussfaktoren auf das Behandlungsergebnis zu ermöglichen. Zum Anderen entstand eine eigenständige Qualitätssicherung in der Neonatologie. Dieses ärztlich initiierte Verfahren, das seit Beginn der neunziger Jahre in allen Bundesländern praktiziert wird, ist eine der ältesten, problemorientierten und flächendeckenden Qualitätssicherungsmaßnahmen in Deutschland.

Mit der Auswertung der Datensätze aus 1994 wurden nur noch die Neonataldaten betrachtet. Somit wurde aus der Qualitätssicherung in der Geburtshilfe der Schwerpunkt der Versorgung des "kranken Neugeborenen" extrahiert. Im selben Jahr hat die Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft "Perinatal-Neonatal-Erhebung" beschlossen, dass die Datenauswertung und die Projektbetreuung über die Projektgeschäftsstelle der Externen Qualitätssicherung Hamburg abzuwickeln ist.

Die Betreuung der perinatologischen Erhebung ist von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg auf die EQS übergegangen. Ziel war es, durch eine Straffung der Organisation den geburtshilflich tätigen Kliniken in Zukunft die ausgewerteten Daten zeitnah zur Verfügung zu stellen, um frühzeitig Auffälligkeiten erkennen zu können.

Die Qualitätssicherung sollte aber weiterhin in der eigenverantwortlichen Organisation der Arbeitsgemeinschaft verbleiben.

Im Dezember 2006 hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen, die Neonatalerhebung als Bundesverfahren einzurichten. Seit Sommer 2007 wird in Arbeitsgruppen das Konzept hierfür erarbeitet. Dabei wird auch der Ansatz einer gemeinsamen Methodik der Perinatal- und Neonatalerhebung verfolgt. Die Umsetzung ist in 2010 erfolgt.

Welche Fälle werden erfasst?

Es werden alle Neugeborenen in der Qualitätssicherung erfasst, die innerhalb der ersten 7 Lebenstage länger als 12 Stunden stationär in einer Kinderklinik behandelt werden oder im Alter von bis zu 4 Monaten in eine Neonatologie verlegt werden.

Ferner müssen die folgenden Kriterien ebenfalls erfüllt sein:

Geburtsgewicht von unter 2000 g oder
Aufnahme in eine pädiatrische Fachabteilung und stationäre Behandlung länger als 3 Tage oder
schwerwiegende Erkrankung bei Geburtsgewicht ab 2000 g oder
Beatmung länger als 1 Stunde.