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Herzschrittmacher

Implantierbare Defibrillatoren

Im Mai 2007 wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss die Entwicklung des neuen Leistungsbereiches „Implantierbare Defibrillatoren“ beschlossen. Nach zweijähriger Entwicklungsphase des Datensatzes und der Qualitätsindikatoren besteht die erstmalige Dokumentationsverpflichtung im Rahmen der medizinischen Qualitätssicherung seit dem 01.01.2010.

Ein implantierbarer Defibrillator (IDC) ist ein Gerät zur automatischen Behandlung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, ausgehend von der Herzkammer. Zu diesen Rhythmusstörungen gehören in erster Linie das Kammerflattern und das Kammerflimmern. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Therapie von Kammerflattern oder Kammerflimmern bei vielen Patienten nur durch einen Defibrillator mit ausreichender Sicherheit möglich.

Das Defibrillatorsystem besteht aus dem sog. Aggregat (=Impulsgenerator) und einer oder ggf. auch mehreren sog. Elektroden. Der Defibrillator überwacht kontinuierlich den Herzrhythmus. Im Falle von behandlungsbedürftigen Tachykardien gibt der Defibrillator kurze elektrische Impulse ab, die vom Patienten nicht wahrgenommen werden. Sollten die Stromimpulse in selteneren Fällen nicht zur Beendigung der Herzrhythmusstörung führen, folgt ein Elektroschock. Diesen Elektroschock kann der Patient als Muskelzucken registrieren. Bei Kammerflimmern werden ein bis maximal sechs Elektroschocks abgegeben.

Die Behandlung von Patienten mit implantierten Defibrillatoren beinhaltet regelmäßige Nachkontrollen des Defibrillators. Dabei wird u.a. überprüft, ob die Batterie noch eine genügend lange Laufzeit bis zur nächsten Kontrolle erlaubt oder ob das Aggregat wegen Batterieerschöpfung ausgetauscht werden sollte. Wie lange die Batterie des ICDs schließlich hält, lässt sich nicht allgemein sagen, da dies davon abhängig ist, wie häufig der ICD aktiv werden muss. Durchschnittlich kann man von einer Funktionsdauer von mindestens fünf Jahren ausgehen. Viele Patienten haben ihren ICD auch mehr als sechs oder sieben Jahre.

Die Gründe für die Revision oder Explantation eines Defibrillators sind vielfältig. Bei Problemen am Defibrillatorsystem kann es sich z.B. um eine Fehlfunktion handeln. Aber auch Infektionen, Perforationen und ähnliche Komplikationen treten in seltenen Fällen auf. Bei den Sonden können Komplikationen wie z.B. Sondenbruch oder Sondendislokation die Defibrillatorfunktion beeinträchtigen. Infektionen und Perforationen von Sonden sind sehr selten. Häufige Revisionen können auf Mängel bei den Implantationsoperationen hinweisen.

Die Rate von Revisionsoperationen in einem Krankenhaus ist nur aussagefähig, wenn man sie auf die Zahl der Patienten bezieht, bei denen der Defibrillator im selben Krankenhaus implantiert wurde. Das Auswertungskonzept berücksichtigt dies bei der Beurteilung der Indikation zum Revisionseingriff.

Welche Fälle werden erfasst?

Jeder Eingriff im Zusammenhang mit einer Defibrillatorimplantation löst eine verpflichtende Dokumentation zur Qualitätssicherung aus. Diese werden in drei unabhängigen Leistungsbereichen erfasst (Implantation – Aggregatwechsel – Revision).